Sucht überwinden

Selbstbestimmt leben

Wir sind nach allem Möglichen süchtig: Nicht nur nach den klassischen Drogen wie Alkohol, Zigaretten oder Essen, sondern auch nach Dingen wie Anerkennung bekommen, Helfen, Erfolgreich Sein, Arbeiten, sich ablenken, oder wir sind süchtig nach einer Beziehung, nach bestimmten Erfahrungen, nach unserem Ego usw.

Der Work-Ansatz um ein suchthaftes Verhalten zu verändern ist einfach. Und manchmal klappt es auch auf Anhieb, je nachdem in welchem Ausmaß die Sucht mein Leben bestimmt hat.

Möchte ich allerdings ein Verhalten verändern, das im Laufe der Jahre zu einem Teil meines Selbstgefühls geworden ist, dann sind viele kleine Schritte notwendig: Das Suchtverhalten hat mir gedient, die Augen vor der Realität verschließen zu können oder eine Leere in mir zu füllen. Lasse ich also jetzt z.B. das Trinken bleiben, bin ich mit der herausfordernden Aufgabe konfrontiert, mir selbst und meinen Gefühlen zu begegnen, mein Leben in Ordnung zu bringen und den Schmerz der Vergangenheit zu heilen. Oder es geht vielleicht darum, die Erfahrung der Leere in mir solange zuzulassen, bis sich etwas Neues zeigt. Das alles braucht seine Zeit. Worken habe ich in diesem Prozess als sehr unterstützend erfahren.

Worken bei suchthaftem Verhalten (Beispiel: Rauchen)

Um die dazugehörenden Glaubenssätze zu finden, beginne ich erstmal damit, mich für mein Verhalten nicht mehr zu verurteilen. Ich mache mir bewusst, dass ich mit dem Rauchen eine gute Absicht verfolge und mir damit ein oder mehrere lebensdienliche Bedürfnisse erfüllen möchte. Diese Bedürfnisse zu entdecken ist der wichtigste Schritt.

Welche Bedürfnisse stecken hinter meiner Sucht?

Um die Bedürfnisse zu finden, mache ich mir die Situationen bewusst, in denen ich mir üblicherweise eine Zigarette anzünde. Was ist es, was mir die Zigarette in diesen Momenten erfüllen soll? Eine Auszeit? Selbstbestimmung? Bei mir sein? Zur Ruhe kommen? Zugehörigkeit?
Sobald ich das Bedürfnis entdeckt habe, habe ich schon meinen Glaubenssatz, z.B.:
Wenn ich rauche, dann komme ich zur Ruhe.

Falls Worken mit Wenn-Dann-Sätzen noch ganz neu für Dich ist, findest Du hier eine Einführung Worken mit Wenn-Dann-Sätzen.

Die Work:

Frage 1) Wenn ich rauche, komme ich zur Ruhe. Stimmt das?

Frage 2) Wenn ich rauche, komme ich zur Ruhe. Kann ich ganz sicher wissen, dass das stimmt?

Frage 3) Wenn ich rauche, komme ich zur Ruhe. Wie fühle ich mich, wenn ich diesem Prinzip folge? Wie verhalte ich mich? Wie geht es mir damit?

Frage 4) Wenn ich rauche, komme ich zur Ruhe. Wie wäre mein Leben wenn ich diese beiden Aussagen nicht miteinander in Verbindung bringen würde? Wie wäre es, wenn "Rauchen" und "zur Ruhe kommen" nichts miteinander zu tun hätten?
Vertiefung: Manchmal ist es hilfreich, die beiden Teilsätze getrennt zu fühlen: Wie fühlt sich "Rauchen" an, wenn ich es nicht mit einer positiven Folge verknüpfe? - Wie fühlt sich zur Ruhe kommen an, wenn ich es nicht mit einem äußeren Auslöser verknüpfe?

Umkehrungen:

Wenn ich rauche, werde ich unruhig. Wie ist dieser Satz wahr? Wie fühlt er sich an?

Wenn ich nicht rauche, komme ich zur Ruhe. Wie stimmt dieser Satz? Was fühle ich? Was für neue Handlungsmöglichkeiten stehen mir jetzt zur Verfügung?

Wie geht es weiter?

Vielleicht bin ich meine Gewohnheit zu Rauchen jetzt schon los. Vielleicht kommen jetzt aber auch Einwände: Wie oben schon erwähnt, stecken hinter einer Sucht oft ganz viele Bedürfnisse. Diese kann ich ebenfalls wieder mit The Work erforschen.

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